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An dieser Stelle finden Sie jeweils unseren aktuellen vorsorgeluege.de-Kommentar zu Themen der sozialen Sicherung. Wir liefern Hintergründe oder eine andere Sichtweise zur laufenden Debatte. Oder analysieren wenig beachtete Statistiken. In jedem Fall freuen wir uns über Ihre Reaktion. Alle bisherigen Kommentare finden Sie im Archiv.

Vorsorgelüge-Newsletter Nr. 10/2017 vom 9.10.2017
Vom Versagen der Privaten

Die sich nun zu Jamaika vereinen, sind in der Rente allesamt Privatisierungsfreunde. Doch sollten die vier Parteien in Sachen Sozialversicherung mal für einen Moment die ideologischen Scheuklappen ablegen und die Wirklichkeit zur Kenntnis nehmen: Gerade in diesen Tagen verkünden Ergo, Axa und Generali, dass sie ihre Altbestände an Lebensversicherungskunden einfach verkloppen wollen. Sie glauben, weder für sich noch für die Kunden in Zukunft irgendwas Profitables rausholen zu können. Ein Offenbarungseid. Wo die von Herrn Kaiser & Co. seinerzeit angeworbenen Kunden landen und was ihnen am Ende wirklich blüht, weiß derzeit niemand. Über 10 Millionen Kunden droht finanziell extremste Magerkost.
Derweil soll der Rentendampfer von CDU/CSU, FDP und den Grünen auch weiterhin auf kümmerliche gesetzliche Renten und ganz viel private Vorsorge hinsteuern. Also auf genau das, was sich nun als gescheitertes Experiment herausstellt. Die Devise lautet: Noch mehr Riester-Renten und noch mehr Betriebsrenten. Letztere sind aber bei Licht betrachtet meist nichts anderes als vom Arbeitnehmer selbst finanzierte Lebensversicherungen, die über den Betrieb abgeschlossen werden.
Was wir brauchen, ist jedoch das genaue Gegenteil: Eine stärkere gesetzliche Rente, die all das, was die Privaten vage versprechen, sicher einhält. Eine Rente, die endlich alle Erwerbstätigen einzahlen lässt. Eine Rente, die deutlich oberhalb der Grundsicherung allen eine Mindestrente garantiert. Eine Rente, die die Arbeitgeber wieder stärker beteiligt. Eine Rente, die das Experiment mit untauglichen Riester- und Pseudo-Betriebsrenten beendet. Und eine Rente, die Normalverdienern nach 45 Arbeitsjahren monatlich einige Hundert Euro mehr einbringt. All das ginge, wenn man es denn politisch wirklich wollte.


Holger Balodis und Dagmar Hühne: Die große Rentenlüge – Warum eine gute und bezahlbare Altersicherung für alle möglich ist, Westend Verlag, 208 Seiten, 18 Euro (ISBN 978-3-864889-177-9)

Für Vorträge und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.

Holger Balodis
Dagmar Hühne
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