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Archiv 2015

Vorsorgelüge-Newsletter 12/2015 vom 15.12.2015

Der GDV und der Weihnachtsmann


“Der glaubt doch noch an den Weihnachtsmann.“ So das landläufige Urteil über besonders naiv-gutgläubige Zeitgenossen. Zu denen rechnet man gewöhnlich den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, GDV, nicht. Dennoch überraschte dieser Verband in der Vorweihnachtszeit mit einer besonders weltfremden Ankündigung: „Vielleicht werden wir einmal 200 Jahre alt“ schrieb die wohl schlagkräftigste Lobbyistentruppe Europas allen Ernstes auf ihrer Internetseite (http://www.gdv.de/2015/12/vielleicht-werden-wir-einmal-200-jahre-alt/). Was soll der Unfug?, könnte man zurück fragen. Doch was vom GDV kommt, hat meistens Hand und Fuß. Allerdings muss man den Hintergrund bloß legen. Er dient wie immer den eigenen Interessen. Denn – so soll es ja wohl heißen - was sind fiese Sterbetafeln, die das Sterbealter von privaten Rentenversicherten auf 100 oder 120 Jahre taxieren und damit die Renten in den Keller treiben gegen das, was die Zukunft mit einem nachgerade endlosen Rentenbezug wirklich bringen mag? Und was bedeutet die Rente ab 70, wie sie der GDV für die gesetzliche Rente ins Spiel bringt? Offenbar kein Folterinstrument, sondern nur der Beginn eines 130 Jahre währenden Schlaraffenlands. Wer dieser Strategie auf den Leim geht, glaubt wirklich noch an den Weihnachtsmann.

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein wunderbares Jahr 2016. Bleiben Sie uns gewogen.

Als Last-Minute-Geschenk empfehlen wir: „Garantiert beschissen!“ (Westend, 17,99 Euro) oder „Die Vorsorgelüge“ (Ullstein Taschenbuch, 8,99 Euro). Beide Bücher sind auch direkt über uns handsigniert für 18 bzw. 10 Euro portofrei zu beziehen. Bestellung


Gerne stehen wir für vertiefende Interviews und als Referenten zur Verfügung.

Holger Balodis
Dagmar Hühne
www.vorsorgeluege.de
info@vorsorgeluege.de
0221-461527 und 466590

Vorsorgelüge-Newsletter 11/2015 vom 8.12.2015
Betriebsrentenfunktionär warnt vor Betriebsrente


Warnt ein Chefkoch vor dem eigenen Essen? Rät ein TV-Intendant den Zuschauern vom Fernsehgenuss ab? Wohl kaum. Der profilierteste Lobbyist der Betriebsrente, Klaus Stiefermann, hat es getan. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) hat Arbeitnehmern mit geringem Einkommen ausdrücklich abgeraten, per Entgeltumwandlung für eine Betriebsrente anzusparen. So geschehen auf einem Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Gesetzlichen Rentenversicherung Baden-Württemberg in Mannheim. „Wer wenig verdient, der ist gut beraten, wenn er nicht umwandelt. Es lohnt sich schlicht nicht“, so sinngemäß die erstaunliche Aussage des Betriebsrentenfunktionärs in einer Podiumsdiskussion. Mit auf dem Podium: Saskia Wollny für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz, Andreas Schwarz für die DRV Baden-Württemberg, Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Internetportals Finanztip und Walter Riester in seiner Lieblingsrolle als Verteidiger von Walter Riester. Titel der Diskussion: „Altersarmut vermeidbar – für jeden?“
Zuerst wurden in dem von SWR-Redakteur Gerhard Mandel moderierten Gespräch die Defizite von gesetzlicher und privater Altersvorsorge ausgeleuchtet. Dann sollte es um die dritte Säule, die Betriebsrente, gehen. Sofort das übliche Lamento: Rund die Hälfte der gewerblich Beschäftigten haben null Anwartschaften. So sind die Vorsorgelücken im Alter – da waren sich alle einig - natürlich nicht zu schließen. Genau an dieser Stelle verkündete der Betriebsrentenfunktionär Stiefermann seine erstaunliche Erkenntnis. Für viele Kleinverdiener sei es besser, dass sie von der Betriebsrente die Finger ließen. Schuld ist die so genannte „Entgeltumwandlung“. So werden Betriebrenten seit 2002 immer häufiger finanziert: Der Arbeitnehmer zahlt für seine spätere Betriebsrente alleine ein. Er profitiert zwar im Idealfall von Steuer- und Sozialabgabenersparnissen, wird aber im Alter meist gemolken: Volle Steuer, volle Kranken- und Pflegebeiträge. Gerade für Kleinverdiener sei das laut Stiefermann unterm Strich „nicht sinnvoll“: Es sei deshalb gut so, dass von ihnen so wenig umwandeln.
Schützenhilfe kam von Hermann-Josef Tenhagen. Betriebsrenten per Entgeltumwandlung seien geradezu absurd, ein Stück aus dem Tollhaus: Der Arbeitnehmer zahle alles alleine. Und reduziere damit sogar noch seine spätere gesetzliche Rente. Der Arbeitgeber spare zwar kräftig Sozialabgaben, beteilige sich aber meist nicht an den Einzahlungen. Und am Ende müsse der Rentner sogar noch den Arbeitgeberanteil für Kranken- und Pflegekasse zahlen. „So was gehört abgeschafft“. Und was sagte Walter Riester? Auch er sieht Probleme, sei aber persönlich schuldlos. Seine Nachfolger Ulla Schmidt und Franz Müntefering hätten mit fatalen Entscheidungen die Sache verbockt. Er selbst habe hingegen alles richtig gemacht. Also alles wie immer.

Mehr dazu in „Garantiert beschissen!“ und „Die Vorsorgelüge“
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Vorsorgelüge-Newsletter 10/2015 vom 24.11.2015
Rentner in der Zange


70.000 Rentner werden allein aufgrund der erfolgten Rentenerhöhung im kommenden Jahr erstmals als Rentner Steuern zahlen müssen. Gut oder schlecht? Es ist jedenfalls ein weiteres Mosaiksteinchen einer vielfach unterschätzten Gesamtstrategie, die Rentner künftig kräftig in die Zange nimmt. Geringere Rentenzahlungen und davon dann höhere Abgaben zahlen – geradezu absurd.

Zunächst einmal sind Kürzungen zu beklagen, die noch weit über das sinkende Rentenniveau hinausgehen. Das offizielle Rentenniveau blendet nämlich viele Verschlechterungen schlicht aus, die bei den Neurentnern zum Tragen kommen. Beispiele: Rentner müssen, von Ausnahmen abgesehen, massive Rentenabschläge hinnehmen, wenn sie vorzeitig (also demnächst vor 67) in Rente gehen. Sie bekommen anders als frühere Rentnergenerationen praktisch keine Ausbildungszeiten mehr anerkannt. Geringverdiener bekommen für die Zeiten ab 1992 keine Aufwertung ihrer Bezüge in der Rentenberechnung mehr. Langzeitarbeitslosigkeit begründet seit einigen Jahren keinerlei Rentenansprüche mehr. All das drückt sich im Rentenniveau nicht aus. Doch die Zahlen sind so eindeutig wie deprimierend: langjährig versicherte Männer (mindestens 35 Versicherungsjahre) bekamen 2014 als Neurentner im Schnitt nur noch 999 Euro monatlich. Im Jahre 2000 sind es noch 1.104 Euro gewesen. Rechnet man dazu die Inflation, so ist das ein Verlust von über 30 Prozent!

Gleichzeitig haben viele Unternehmen ihre Zusagen für Betriebsrenten drastisch gekürzt oder ganz gestrichen. Immer mehr Arbeitnehmer müssen seit 2002 ihre Betriebsrenten per Entgeltumwandlung voll selbst finanzieren. Noch schlimmer: die Regelungen sind so fies gestrickt, dass am Ende die Betriebsrenten sogar ein Verlustgeschäft werden. Einer der Gründe: Seit 2004 werden am Ende nicht nur Steuern, sondern volle Krankenkassen und Pflegebeiträge fällig – auch den Arbeitgeberanteil muss der Rentner zahlen.
Und nun zeigt sich, dass auch die Steuer zur Bedrohung wird. Wer Betriebsrente bezieht und im Alter noch sonstige Einkommen hat, kennt das bereits. Doch jetzt erwischt es zunehmend auch Normalrentner, die immer dachten, die Rentensteuer bliebe für sie ein Fremdwort. Sie müssen erkennen, dass eine üppige Rentenerhöhung auch zum Ärger werden kann. „Wir kriegen Dich immer!“ Diesem Motto sehen sich immer mehr Alte ausgesetzt.
Und das gilt natürlich auch, wenn sie - wie von der Politik gewünscht - privat vorgesorgt haben: Die Riester-Renten, so niedrig sie auch ausfallen, sind voll steuerpflichtig. Wer eine ungeförderte Privat-Rente bezieht, muss den Ertragsanteil versteuern. Auch wenn gar kein Ertrag anfällt. Und das dürfte die Regel sein: „Wir kriegen Dich immer!“

Mehr dazu in „Garantiert beschissen!“ und „Die Vorsorgelüge“
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Vorsorgelüge-Newsletter 09/2015 vom 12.11.2015
Flüchtlinge integrieren: Ja, wir wollen das!


Das selbstbewusste „Wir schaffen das!“ der Kanzlerin weicht zunehmend einem ängstlichen „Wie kriegen wir das bloß hin?“ oder einem beleidigten „Warum lassen uns die Nachbarn nur im Stich?“ Die Bundesregierung rudert mit den jüngsten Entscheidungen („Subsidiärer Schutz“, „Dublin-Verfahren“) unentschlossen zurück. Verantwortungsvolle Führung geht anders. Was wir stattdessen brauchen, ist ein „Wir machen das!“ und ein entschiedenes „Wir wollen das!“ Und: Die Kanzlerin und der Bundesfinanzminister müssen schleunigst die nötigen Geldmittel zur Verfügung stellen, um menschenwürdigen Wohnraum und Integrationsanstrengungen für ein, zwei oder drei Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge zu finanzieren. Wann könnte so etwas besser gelingen als heute, da die öffentlichen Haushalte so gut dastehen wie lange nicht mehr? Richtig angepackt wäre es zudem ein Konjunkturprogramm, das sich langfristig selber finanziert.
Schon heute stabilisieren die Ausgaben für die Flüchtlinge die Inlandskonjunktur. Für das kommende Jahr rechnet das DIW mit einem erhöhten Wirtschaftswachstum von bis zu 0,3 Prozentpunkten. Bereits jetzt entstehen viele Tausend neue Arbeitsplätze bei Hilfsorganisationen, die den Flüchtlingsstrom managen. Das kostet, aber es bringt auch Einnahmen für Fiskus und Sozialkassen. Und schaffen wir es dann noch, die Menschen so zu qualifizieren, dass sie Arbeitsplätze finden, ist der Gewinn für die Gesellschaft offenkundig: 1 Million neue Arbeitskräfte erhöhen die Lohn- und Gehaltssumme durchschnittlich um 30 bis 40 Milliarden Euro. Allein in die Rentenkasse fließen rund 7 Milliarden Euro mehr pro Jahr. So finanzieren die Flüchtlinge schon recht bald die Renten der heute so „besorgten Bürger“. Und jedes Plus an Beschäftigung sorgt über die gültige Rentenanpassungsformel dafür, dass die Renten stärker steigen als ohne neue Arbeitskräfte. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Flüchtlinge schnell die deutsche Sprache lernen und eine Chance auf Arbeit bekommen. Es funktioniert nicht, wenn sie subsidiär nur ein Jahr bleiben dürfen oder stets Gefahr laufen, abgeschoben zu werden. Und was den Familiennachzug angeht: Liegen uns die Renten-Pessimisten nicht seit Jahrzehnten in den Ohren, dass ohne höhere Geburtenzahlen die Sozialsysteme und speziell die Rentenkasse vor die Hunde gingen? Ja, was denn nun? So langsam sollten sich die besorgten Bürger also entscheiden: Haben Sie mehr Angst vor dem Kollaps der eigenen Rente oder vor jungen Syrern, die sich danach sehnen, endlich wieder in die Schule gehen zu dürfen, schnell Deutsch zu lernen und ihre Chance nutzen zu können.
Die Bundesregierung und wir alle sollten uns schließlich entscheiden, ob wir uns diese ökonomischen Wahrheiten endlich zu Eigen machen, uns mutig gegen die Hetzer am rechten Rand stellen und verkünden: „Ja, wir wollen das!“
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Vorsorgelüge-Newsletter 08/2015 vom 18.10.2015

Mit Jürgen Klopp on top


Jürgen Klopp entfacht gerade in Liverpool große Euphorie. Er soll den ‚Reds’ wieder zu altem Glanz und Erfolg verhelfen. In den Hintergrund gerät dabei, dass Kloppo bereits bei einer anderen Truppe einen Vertrag unterschrieben hat: der Deutschen Vermögensberatung AG, kurz DVAG.
Auch dort geht es um Glanz und Erfolg. Mit einem Unterschied: die DVAG ist bereits dort, wo der FC Liverpool noch hin will. Ganz oben: Mit Provisionserlösen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro ist die DVAG der mit Abstand erfolgreichste Strukturvertrieb Europas. Er vermittelt den Kunden von der Lebensversicherung bis zum Bausparvertrag Finanzprodukte aller Art. Und wie bei Strukturvertrieben üblich, bekommt der Kunde mehr Produkte und vor allem teurere Produkte als ihm lieb sein kann. Doch Schwamm drüber. Wenn die Kloppertruppen von einem Strahlemann wie dem 48-jährigen Wahl-Liverpooler gecoacht werden, kann das doch alles nicht so schlimm sein. Schließlich ist Jürgen Klopp doch sooo sympathisch und hat das Image einer ehrlichen Haut. Vermutlich hat die DVAG ihn genau deshalb verpflichtet.
Zum Reinwaschen. Schließlich steht der Strukturvertrieb bei Verbraucherschützern und unabhängigen Maklern im Ruf, ihren Kunden besonders überteuerte Produkte anzudrehen. Noch gut im Gedächtnis ist eine Kampagne, in der die DVAG vor ein paar Monaten ihre Vermittler zu einer massiven Umdeckung von Altersvorsorgeverträgen aufrief. Wodurch exorbitante Extra-Provisionen anfielen. Siegprämien quasi.
Zu solchen Erfolgen passt Klopp wie die Faust aufs Auge. Ende März unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei der DVAG. Als Markenbotschafter. Außerdem soll er aktiv in der Weiterbildung tätig sein und Veranstaltungen zu Themen wie Teambuilding, Talententwicklung, Identifikation und Erfolgsstrategien leiten. Jürgen Klopp als Motivationstrainer eines umstrittenen Strukturvertriebs?
Der Mann weiß, was er tut, wenn er nun in ganzseitigen DVAG-Anzeigen mit dem Titel „Aufstieg in die Finanz-Liga“ auftritt. Er ist sogar Wiederholungstäter. Klopp hatte vor Jahren einen ähnlichen Vertrag bei der HMI (Hamburg-Mannheimer-International), die sich mittlerweile in Ergo-Pro unbenannt hat. Erst als bekannt wurde, dass die Ergo-Tochter HMI ihre erfolgreichsten Vermittler mit einer Lustreise nach Budapest belohnte, kündigte Klopp seinen Vertrag.
Damit wollte er nichts zu tun haben. Gegen die Verkaufsmethoden der „Vermögensberater“ hat er offenbar nichts.

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Vorsorgelüge-Newsletter 07/2015 vom 8.10.2015

Allianz räumt ein: klassische Lebensversicherung ist für Kunden ein mieses Geschäft.

Genau das haben wir in unserem neuen Buch detailliert nachgewiesen. Während uns dafür der Versicherungsverband GDV massiv angreift, räumt nun überraschend der Marktführer Allianz ein: Die klassische Lebensversicherung taugt für die Kunden nicht. Man werde das Produkt nicht mehr aktiv verkaufen und den Kunden im Einzelfall sogar davon abraten. So die Allianz-Bosse Faulhaber und Knof. Starker Tobak. Doch es ist exakt das, was wir auf 250 Seiten in „Garantiert beschissen!“ (Westend Verlag) beschreiben: die Gründe weshalb die meisten Kunden unterm Strich Verluste machen. Und die Tricks, wie Milliardenbeträge in dubiose Töpfe verschoben werden, damit man sie den Kunden nicht zuteilen muss.
Gleichzeitig sickert aus Regierungskreisen durch, dass der garantierte Rechnungszins abgeschafft werden soll. Fakt ist: Bereits heute haben die meisten neuen Verträge keinen Garantiezins mehr. Auch das haben wir ausführlich in unserem neuen Buch als „das Märchen vom Garantiezins“ beschrieben. So vollzieht die Politik wieder einmal nur das, was die Versicherungen in der Praxis schon längst machen. Den Rückzug vom Versicherungsgedanken und die Übertragung des Risikos auf den Verbraucher. Eins hätten wir fast vergessen: Eine grandiose Kontrolle über die Kundengelder.

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Vorsorgelüge-Newsletter 06/2015 vom 1.10.2015

Seniorenaufstand heute in Berlin

Die Rentner formieren sich: Sie wollen sich nicht mehr länger die Lügen der verantwortlichen Politiker bieten lassen und stellen fest: „Politiker, die nichts gegen die systematische Altersverarmung unternehmen, sind für uns nicht wählbar“. Bereits knapp 11.000 Menschen haben diesen Aufruf unterschrieben. Diese Unterschriften sollen heute vor dem Brandenburger Tor an Parlamentarier übergeben werden.
Das Anliegen ist mehr als berechtigt: Seit den Riester-Reformen sind die Renten für langjährig Versicherte im Neuzugang netto um rund 25 Prozent gesunken! Und das ist erst der Anfang. Durch die geplante weitere Senkung des Rentenniveaus werden künftig große Teile der Bevölkerung trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein.
Um das zu verhindern, hat sich im hohen Norden aus der IG Metall nahestehenden Rentnerkreisen der „Seniorenaufstand“ gegründet. Die „Anstifter“ sitzen in Kiel, Flensburg, Rendsburg und Neumünster.
Mit ihrer Unterschriftenaktion haben die Aufständler nun bundesweit Beachtung und Unterstützer in der Gewerkschaftsszene gefunden. Es bleibt zu hoffen, dass dies der Beginn einer mächtigen Bewegung ist. Denn das Problem wird täglich größer. Mehr unter http://www.seniorenaufstand.de/
Übrigens: Man kann den Aufruf auch online unterschreiben.
Unter: https://weact.campact.de/petitions/politiker-die-nichts-gegen-systematische-altersverarmung-unternehmen-sind-fur-uns-nicht-wahlbar-1

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Vorsorgelüge-Newsletter 05/2015 vom 22.9.2015

Der ruinöse Niedrigzins – eine bequeme Ausrede.

Wenn sich Renten- und Lebensversicherungen nicht rechnen, haben die Anbieter eine tolle Ausrede parat: Der Niedrigzins der EZB mache eine lukrative Altersvorsorge heute praktisch unmöglich. Wie solle man den Kunden drei oder vier Prozent gutschreiben, wenn der Kapitalmarkt nichts mehr hergebe? Das ist falsch. Die Wahrheit ist vielmehr: Die Lebensversicherer kassieren für die angelegten Kundengelder noch immer saftige Zinsen. 2014 waren es 4,63 Prozent. Das mag man kaum glauben, doch die Zahl stammt vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Da sie ihren Kunden viel niedrigere Rechnungszinsen gut schreiben, fährt die Branche ordentlich Zinsgewinne ein. Dazu noch Risikogewinne und Kostengewinne.
Und was macht sie damit? Ein Teil wandert in die Überschussbeteiligung der Kunden. Doch die ist seit Jahren auf Talfahrt. Viele Altkunden bekommen schon gar nichts mehr. Ein weiterer Teil wandert in obskure Bilanztöpfe. Wer hiervon irgendwann einmal profitieren wird ist höchst fraglich. Und der letzte Teil bleibt bei der Versicherung oder wird an Aktionäre ausgeschüttet. Fest steht: die Aktionäre des Allianz-Konzerns und der Münchner Rück bekamen im laufenden Jahr Dividenden in Rekordhöhe. Und weniger soll es auch in den kommenden Jahren nicht werden. Weniger gibt es nur für die Lebensversicherungskunden.

Mehr über die haarsträubenden Machenschaften der Lebensversicherungen in unserem neuen Buch: „Garantiert beschissen“. Überall da, wo es gute Bücher gibt.


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Newsletter 04/2015 vom 14.9.2015

Heute kommt’s endlich raus: „Garantiert beschissen“ – der legale Betrug mit Lebensversicherungen.

Nun steigt auch Ergo aus der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins aus. Dies verkündet der Versicherungsgigant, hinter dem sich die ehemaligen Traditionsversicherer Hamburg-Mannheimer und Victoria verbergen, nur Wochen nachdem er einräumte, dass Hunderttausende Verträge falsch abgerechnet wurden. Wird nun alles besser? Keineswegs. Gab es vorher noch Mini-Zinsen, werden die Kunden nun auf eine garantierte Null-Diät gesetzt. Schlimmer noch: 80 Prozent der Kunden machen mit Renten- und Lebensversicherungen sogar Verluste.

Wurden und werden die Lebensversicherungskunden etwa nach Strich und Faden ausgenommen? Wir glauben ja. Und liefern jede Menge Beweise und haarsträubende Beispiele in unserem neuen Buch: „Garantiert beschissen“. Ab heute ist der Nachfolger der „Vorsorgelüge“ überall da zu bekommen, wo es gute Bücher gibt.
Wir zeigen, warum eine Vorsorge mit Lebensversicherungen nicht funktioniert. Wir widerlegen die Mär, die Niedrigzinsphase sei schuld am Versagen dieser Produkte. Und wir sagen was die Politik tun müsste und jeder einzelne tun kann, damit wir nicht alle in der Altersarmut landen. Interessierte Pressevertreter können ein Rezensionsexemplar beim Westend-Verlag anfordern (gruenhagen@westendverlag.de). Wer uns für den Herbst buchen will, wendet sich direkt an uns.


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Vorsorgelüge-Newsletter 03/2015 vom 11.8.2015
Unser neues Buch: „Garantiert beschissen“

Chaos bei der Lebensversicherung: Ergo muss zugeben, dass Hunderttausende Verträge falsch abgerechnet wurden. Der BGH entscheidet, dass ausgeschiedenen Kunden unter Umständen saftige Nachzahlungen zustehen. Wurden und werden die Lebensversicherungskunden etwa nach Strich und Faden beschissen? Wir glauben ja. Und wir liefern jede Menge Beweise und haarsträubende Beispiele in unserem neuen Buch mit dem Titel: „Garantiert beschissen“. Erscheinen wird der Nachfolger der Vorsorgelüge am 14. September 2015 im Frankfurter Westend-Verlag.
Wir zeigen an vielen Beispielen, warum eine Vorsorge mit Lebensversicherungen nicht funktioniert. Wir widerlegen die Mär, die Niedrigzinsphase sei schuld am Versagen dieser Produkte. Und wir sagen was die Politik tun müsste und jeder einzelne tun kann, damit wir nicht alle in der Altersarmut landen. Interessierte Pressevertreter können ein Rezensionsexemplar beim Westend-Verlag anfordern (gruenhagen@westendverlag.de). Wer uns für den Herbst buchen will, wendet sich direkt an uns.


Dieser Newsletter ist urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung des Textes ist jedoch unter Quellenangabe Holger Balodis oder www.vorsorgeluege.de erlaubt.
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Newsletter 02/2015 vom 5.5.2015
Rentenerhöhung – nur ein Trostpflaster

Nun ist es perfekt: Das Kabinett hat die Rentenerhöhung zum 1.Juli 2015 durchgewunken: 2,1 Prozent im Westen und 2,5 Prozent im Osten.
Kein Jubel, aber große Befriedigung bei Nahles und Merkel. Selbst die ist nicht berechtigt, zieht man eine nüchterne Bilanz der Rentenpolitik seit der Jahrtausendwende. Deutlich wird das für alle Neurentner. Die bekommen die vergangenen Reformen in voller Härte zu spüren. Die Renten für langjährig Versicherte, also Menschen, die mindestens 35 Versicherungsjahre nachweisen können, lagen im Jahr 2000 in Gesamtdeutschland noch bei 1.104 Euro. 2013 waren sie im Schnitt auf 995 Euro abgesackt. Berücksichtigt man die Inflation liegen die Neurenten heute um rund 30 Prozent niedriger als 2000, bevor Walter Riester den großen Kahlschlag einleitete. Das ist die Realität und an der kann auch das Rententrostpflästerchen zur Jahresmitte nicht viel ändern.
Das Rentenniveau steuert weiter stramm in Richtung 43 Prozent und keine der Regierungsparteien will etwas daran ändern. Statt den Kern der Alterversorgung für Arbeiter und Angestellte, die gesetzliche Rente, wieder massiv zu stärken, beharrt die Regierung weiter darauf, mit dem Irrweg private Altersvorsorge die immer größeren Lücken zu schließen. Nach dem Scheitern der Riester-Rente soll es nun die Betriebsrente richten. Schon macht der Begriff ‚Nahles-Rente’ die Runde. Derweil geht die gesetzliche Rente vor die Hunde. Schon heute bekommen fast 80 Prozent der Frauen im Osten und über 85 Prozent der Frauen im Westen Renten von weniger als 900 Euro. Befriedigend geht anders.

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Newsletter 01/2015 vom 09.04.2015
Seniorenaufstand: Rentner wehren sich endlich

Bis heute kann man sich immer nur wundern: 20 Millionen Rentner sind 20 Millionen Wähler. Und dennoch wurden und werden sie von der Politik nach Strich und Faden belogen und betrogen. Ohne Konsequenzen.
Massive Rentensenkungen. Riester-Beschiss. Volle Pflegebeiträge. Volle Beiträge auf Betriebsrenten. Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente. Übergang zur vollen Besteuerung auf alle Renten. Die Zumutungen reißen nicht ab.
Nun machen zwei Protestbewegungen Mut, dass sich daran etwas ändern könnte.
Eine im hohen Norden: Der Seniorenaufstand von Kiel. In der Tradition des Matrosenaufstandes von 1918 fanden sich am 25. März im Legienhof fast 200 Aktivisten zusammen, um klar zu machen: „Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“. Die andere Protestbewegung machte sich ein paar Tage vorher vor dem Bundestag Luft: Betriebsrentner haben sich unter dem etwas sperrigen Titel ‚GMG-Geschädigte’ zusammengefunden, um gegen die räuberische volle Verbeitragung ihrer Betriebsrenten zu wehren. Volle Steuern zahlen sie sowieso. Die meisten Betriebsrentner bekommen deshalb am Ende weniger raus, als sie zuvor eingezahlt hatten.
Was sowohl die GMG-Rentner wie den Seniorenaufstand besonders aufregt, ist die Chuzpe, mit der gut versorgte Politiker Begriffe wie Vertrauensschutz und Verantwortung auf den Müllhaufen der Geschichte werfen und hinterher schlicht nicht mehr erreichbar sind. Weder die aktuelle Ministerin Andrea Nahles noch ihre Vor-Vor-Vor-Vor-Vorgängerin im Amt, Ulla Schmidt (beide SPD), die den Betrug an den Betriebsrentnern zu verantworten hat, wagten sich aus dem Reichstagsgebäude zu den Demonstranten. Das sollte den Rentner Ansporn sein. Ansporn für einen Blick voraus im Zorn und mit gemeinsamen Kräften. Es gibt noch mehr Aktivisten im Lande, die Rentnerinteressen vertreten: Die Aktion Demokratische Gemeinschaft (ADG), die Betriebsrentner e.V., das Büro gegen Altersdiskriminierung und andere mehr. Was gebraucht wird, ist die Vernetzung all dieser Gruppen und nach Möglichkeit ein breites Bündnis. Und natürlich eine permanente Öffentlichkeit: Demonstrationen, Vorträge, Publikationen, Leserbriefe, Aufrufe in den so genannten ‚sozialen Netzwerken’. Der Seniorenaufstand muss weitergehen, ganz gleich, unter welchem Namen er künftig firmiert.
Als Mutmacher und für alle Interessenten zwei Links zu den genannten Protestgruppen:
http://www.seniorenaufstand.de/
http://www.gmg-geschädigte.de/#Home

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Im September erscheint unser neues Buch: „GARANTIERT BESCHISSEN!“ Wer uns zur Vorstellung dieser provokanten Abrechung mit der privaten Altersvorsorge buchen will, sollte mit uns Kontakt aufnehmen.

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