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2013



09.04.2013 19 Uhr: Hamburg, Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4,
Podiumsdiskussion auf Einladung der Partei ‚Die Linke’




Foto : Privat 2013


April 2013
AKAD Das Hochschulmagazin
Zum Scheitern von Riester & Co. – Ein Gespräch mit dem Rentenexperten Holger Balodis

26.02. 2013
Vortragsveranstaltung auf Einladung der IGBCE, Ortsverband Ladenburg

03.12.2013 41460 Neuss,
19 Uhr 30, VHS Neuss, im Romaneum - Brückstraße 1 - 3. Etage

27.11.2013 46519
Alpen,
19 Uhr 30, VHS Rheinberg, Rathausstrasse 3-5

18.11.2013 50667 Köln,
19 Uhr, Studio DuMont, Breite Strasse 80, in Kooperation mit dem Kölner Stadtanzeiger

06.11.2013 44137 Dortmund,
19 Uhr, VHS Dortmund, Hansastr.2-4

05.11.2013 57076 Siegen-Weidenau,

18 Uhr, im kleinen Saal der Bismarckhalle, Bismarckstraße 47, eine Veranstaltung von:
ver.di Bezirk- Olpe in Kooperation mit dem DGB, Region Südwestfalen

23.10.2013 50667
Köln-Innenstadt,
19 Uhr 30, Forum Volkshochschule im Museum, Cäcilienstrasse 29-33

23.10.2013
ARD- Fernsehen Morgenmagazin
Interview zur Altersarmut

22.10.2013 81737 München,
17 Uhr, Kulturhaus Ramersdorf/ Perlach, Hanns-Seidel-Platz, Aktion Demokratische Gemeinschaft e.V. ADG

17.10.2013, 67346 Speyer
19:30 Uhr, Ägidienhaus, Gilgenstrasse 17, eine Veranstaltung von attac Speyer

14.10.2013, 09111 Chemnitz

19 Uhr, das Tietz, Moritzstraße 20, eine Veranstaltung der VHS Chemnitz und attac Chemnitz

09.10. 2013 89129 Langenau (bei Ulm)
20 Uhr, Pfleghofsaal, VHS Ulm in Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis 8. Mai

08.10. 2013
50321 Brühl,
19 Uhr 30: Die Buchhandlung Karola Brockmann, Uhlstrasse 82, in Kooperation mit der VHS Rhein-Erft

30.09.2013 42103 Wuppertal,
19 Uhr 30: VHS Wuppertal/ Solingen, Auer Schulstr. 20, Veranstaltung im Rahmen der‚ Politischen Runde

18.09.2013
51373 Leverkusen,
19 Uhr: VHS Leverkusen, Forum/ Am Büchelter Hof 9

17.09.2013
WDR 5 -Hörfunk, 'Profit'
Interview zu Verlusten bei Rückkauf von Lebensversicherungen

11.09.2013 45127 Essen

16 Uhr, Gewerkschaftshaus, Teichstrasse 4a, Karl-Wolf-Saal, eine Veranstaltung des ver.di Bezirk Essen

10.09.2013 50374
Erftstadt,
19 Uhr 30: VHS Erftstadt, Carl-Schurz-Straße 23

10.09.2013 21:00 Uhr
Interview BR- alpha-Forum: Holger Balodis - Wirtschaftsjournalist und Buchautor
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-forum/holger-balodis-100.html

07.9.2013 München,
"Es ist wie ein Blindflug!" Ein Interview mit Holger Balodis im Münchner Samstagsblatt

04.9.2013 22305 Hamburg,
Halle 13, Hellbrookstr.2, Eine Veranstaltung des Verdi Bezirksverbands Hamburg

02.09.2013 26603 Aurich
19 Uhr 30, Europahaus in Aurich, von Jhringstr. 33

27.08.2013 72074 Tübingen,

20 Uhr, Schlatterhaus, Österbergstr. 2, kleiner Saal, eine Veranstaltung von ‚attac

14.08.2013 10178 Berlin
,
18 Uhr: Kleine Alexanderstraße 28, geDRUCKtes, eine Veranstaltung der Partei „Die Linke“

10.7.2013
Vortrag auf der Selbstverwaltertagung von ver.di Baden-Württemberg in Stuttgart

07.06.2013
Schwäbisch- Hall, 20 Uhr,
Brenzhaus, Mauerstrasse 8,
Lesung und Diskussion, auf Einladung von attac, AWO, Diakonie und DGB

16.05.2013 22 Uhr 15: Berlin, ZDF Hauptstadtstudio
Holger Balodis bei Maybrit Illner:
Zu wenig, zu spät, zu ungerecht.
Reicht die Rente morgen noch zum Leben?

"Vor allem der Journalist und Autor, Holger Balodis, machte deutlich, wie die zahllosen Reformen der vergangenen Jahrzehnte die Ansprüche der zukünftigen Rentnergeneration reduziert haben. Es ist tatsächlich nicht mehr die Frage, ob es Altersarmut geben wird, sondern wer davon nicht betroffen sein wird."
(FAZ- Frühkritik, 17.05.2013)


Die Rente war sicher
Zum Scheitern von Riester & Co. -
Ein Gespräch mit dem Rentenexperten Holger Balodis

Nicht nur überdimensionierte Bauwerke, auch politische Großprojekte können scheitern, wenn Zweck und Nutzen nicht erfüllt werden. Gute Beispiele sind die Rentenmodelle Riester und Rürup. Einst eingeführt, um die gesetzliche Versorgung zu ergänzen, werden die Rentner von morgen Milliarden an Einlagen verlieren. Das ganze Ausmaß skizziert der Volkswirt Holger Balodis im folgenden Interview.

Herr Balodis, was ist bei den Rentenreformen eigentlich schiefgelaufen?
Bis in die 1990er-Jahre noch nicht so viel. Bis dahin hatte man stets versucht, die staatliche Rente wetterfest zu machen. Die Hauptprotagonisten Norbert Blüm (CDU) und Rudolf Dreßler (SPD) hatten einen Konsens erreicht, der die Finanzierbarkeit sichergestellt hätte. Nur ist dann in der Mitte der Dekade von interessierten Kreisen die Diskussion um die Themen „Generationengerechtigkeit“ und „demografische Katastrophe“ in Gang gesetzt worden, die letztlich zur Demontage der gesetzlichen Rentenversicherung geführt hat.

Meist scheitern große politische Vorhaben wie Renten- oder auch Gesundheitsreformen an den verschiedenen Interessen der Beteiligten, der Volksvertreter, der Lobbygruppen oder der beteiligten Leistungserbringer. Wie ist bei der Rentenreform die Gemengelage?
Es gab eindeutige Interessen der Finanzwirtschaft und der Arbeitgeber: Die einen wollten ihr Geschäftsvolumen ausweiten, die anderen wollten die Lohnnebenkosten begrenzen und erhoben die Stabilität des Rentenversicherungsbeitrags zum neuen Dogma. Das machte ich die damalige rot-grüne Bundesregierung leider zu eigen. Dadurch geriet jedoch das eigentliche Ziel der gesetzlichen Rentenversicherung aus dem Blick: Rentner vor Armut zu schützen. Verschärft wird die nun drohende Altersarmut durch nahezu zeitgleich beschlossene Arbeitsmarktreformen, die zu einer Ausweitung des Niedriglohnsektors, mehr Zeitarbeit und Soloselbstständigkeit (Anm. d. Red.: Ich-AGs) geführt haben. Große Teile der Bevölkerung fallen ganz aus der Rentenversicherung heraus oder erwerben nur noch minimale Ansprüche. Man denke nur an die inzwischen 7,5 Millionen Minijobber oder die 2,5 Millionen Soloselbstständigen. Eine Korrektur des gesunkenen Rentenniveaus allein würde also nichts bringen, wir brauchen wieder mehr versicherungspflichtige Beschäftigte.

Warum hat die Bevölkerung diesen Paradigmenwechsel in der Rente hingenommen?
Wir müssen uns an die zweite Hälfte der 1990er-Jahre erinnern. Damals hatte die Begeisterung für Aktien große Teile der Gesellschaft erfasst. Die bisherige Finanzierung der sozialen Sicherung aus lohnbezogenen Beiträgen schien vielen überholt. Sie glaubten, dass man über Aktien- und Fondserträge viel sicherer und effizienter soziale Sicherung betreiben könne. Das passte damals einfach in den Zeitgeist, der nicht nur in der Rente das Motto „Privat vor Staat“ proklamierte. Die Lobbygruppen der privaten Altersvorsorge wie der „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV“ oder die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, die von den Metallarbeitgebern finanziert wird, haben die Öffentlichkeit mit Gutachten und Studien überschwemmt, die allesamt nur einen Tenor hatten: Private Altersvorsorge ist effizienter und renditestärker. Ein T Teil der gesetzlichen Rente müsse durch private Vorsorge ersetzt werden und dann ginge es allen besser. Ein Irrglaube.

Herr Balodis, warum ist denn die Riester-Rente eine so schlechte Vorsorge?
Es zeigt sich, dass die Lücke, die durch die Absenkung der gesetzlichen Rente geschaffen wurde, durch „riestern“ nicht geschlossen werden kann, denn die privaten Angebote haben strukturell erhebliche Probleme. Da ist zum einen der Kostenfaktor. Abschluss- und Verwaltungskosten verschlingen nicht selten 15 bis 20 Prozent der eingezahlten Beiträge. Die sind erst mal weg. Zum Vergleich: Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Rentenversicherung liegen bei unter eineinhalb Prozent. Dann das Stornoproblem. 70 bis 80 Prozent der Kunden von privaten Rentenversicherungen lösen ihre Verträge vorzeitig auf und bekommen im Schnitt weniger als die Hälfte der eingezahlten Beiträge zurück. Auch mehrere Millionen Riesterkunden haben bereits gekündigt. Und wer schließlich bis zur Rente durchhält, der wird durch überhöhte Annnahmen zur Lebenserwartung geschädigt. Viele Versicherer rechnen mittlerweile damit, dass ihre Kunden über 100 Jahre alt werden. Das drückt die monatliche Rente enorm. Wer nur ein normales Lebensalter erreicht, macht Miese.

Was halten Sie von den Riester-Alternativen Bank- oder Fondssparplan? Sind die weniger nachteilig als eine Riester-Rentenversicherung?
Riester-Banksparpläne sind nicht so kostenbelastet und bieten auch im Falle einer Kündigung in der Regel Vorteile. Doch auch bei diesem Riester-Produkt entgehen Sie der Rentenversicherung nicht. Bei Rentenbeginn muss die Bank rund 30 Prozent Ihres Kapitals in eine Versicherung einzahlen, die ab dem 85. Lebensjahr eine lebenslange Rente garantiert, auch wenn viele diese Versicherung nie brauchen. Das Gleiche gilt übrigens auch für geriesterte Fondssparpläne.

Gab es von den Erfindern der Riester- und Rürup-Rente keine Mindestanforderungen? Nach welchen Kriterien wurden denn die Anbieter zertifiziert?
Bei der Zertifizierung der Riesterprodukte spielte eine Begrenzung der Kosten oder eine Mindestrendite überhaupt keine Rolle. Die Qualität der Produkte war kein Kriterium. Ein Riester-Produkt dürfte auch 40 Prozent oder mehr Kosten produzieren und würde dennoch zertifiziert. Weder die BaFin (Anm. d. Red.: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) noch die beteiligten Ministerien verhindern das.

Wie viel Aufklärung leisten eigentlich die Medien beim Thema private Altersvorsorge?
Die meisten Medien sind der eingangs geschilderten Kampagne gefolgt, die da lautete „Die staatliche Rente schafft es nicht – die private Altersvorsorge muss her“. Das über lange Jahre hervorragend funktionierende solidarische System verteidigten sie hingegen nicht. Die Lobbyisten der Finanzwirtschaft haben es ja auch meisterlich verstanden, die Medien für ihre Ziele einzuspannen. Lange Jahre haben Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen nahezu ausschließlich über die Schwächen der gesetzlichen Rente berichtet und Risiken und Probleme der privaten Altersvorsorge ausgeblendet.

Zuletzt hat ja die Regierung die „Lebensleistungsrente“ ins Gespräch gebracht, und die SPD fordert die „Solidarrente“. Sind diese Ansätze aus Ihrer Sicht sinnvoll?
Eindeutig nein. Beide Konzepte würden nur einer vergleichweise kleinen Zahl von Geringverdienern nutzen. Die Anforderungen in Form von Versicherungsjahren und zuvor geleisteter privater Vorsorge sind so hoch, dass das nur wenige schaffen werden. Altersarmut verhindert man so nicht. Und was fast noch schlimmer ist: Der großen Masse der Versicherten nutzen die Vorschläge überhaupt nichts. Wir brauchen eine allgemeine Aufstockung des Rentenniveaus. Das würde allen nutzen: den Klein- und Normalverdienern, aber auch jenen, die heute ein gutes Einkommen erzielen.

Werden die Konsequenzen des Status quo verschwiegen?
Zuerst einmal ist es ja positiv, dass die Politik das Thema Altersarmut überhaupt thematisiert, auch wenn sie das Ausmaß, wie viele Menschen davon betroffen sein werden, noch nicht offen benennt. Nach Berechnungen des Arbeitsministeriums werden selbst Arbeitnehmer, die heute monatlich brutto 2 200 Euro oder weniger verdienen, nach 40 Versicherungsjahren eine Rente beziehen, die nicht über die Grundsicherung (Anm. d. Red.: derzeit im Schnitt 688 Euro im Monat) hinausgeht. Und das sind über zehn Millionen Arbeitnehmer.

Wie sorgen Sie eigentlich selbst vor?
Ich bin Selbstständiger und habe vor langer Zeit private Versicherungsverträge abgeschlossen, die ich jetzt mit einem weinenden Auge betrachte, denn die Prognosen werden Jahr für Jahr dramatisch nach unten korrigiert. Insofern bestätigt sich auch bei mir selbst das Gesagte.

Das Gespräch mit Holger Balodis führte Jörg Schweigard.

Die Vorsorgelüge
Im September 2012 erschien im Econ- Verlag Holger Balodis’ Buch „Die Vorsorgelüge“ (Koautorin Dagmar Hühne), mittlerweile liegt die 4. Auflage vor. Die beiden Journalisten belegen darin, wie die private Altersvorsorge die Altersarmut noch verschärft. Erhellend sind die Rückblicke, wie es zum heutigen Rentendesaster kommen konnte. Fast wie ein Krimi liest sich, wie ein Verbund von Politik, Lobbyisten und Wissenschaftlern die gesetzliche Rente sturmreif geschossen hat.
Balodis, Holger; Hühne, Dagmar: Die Vor sorgelüge.
Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben

Am 16. Mai 2013: Holger Balodis um 22:15 Uhr im ZDF bei Maybrit Illner: Zu wenig, zu spät, zu ungerecht.
Reicht die Rente morgen noch zum Leben?

Foto: Svea Pietschmann
Quelle: ZDF 2013

Interview [2.435 KB] ( 5 Minuten ) BR vom 26.06.2013 zur Vorsorgelüge
Gespräch mit dem Buchautor Holger Balodis

Interview auf BR- alpha vom 10.09.2013 21:00 Uhr (ca. 45 min. )

alpha-Forum: Holger Balodis - Wirtschaftsjournalist und Buchautor

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-forum/holger-balodis-100.html